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„Dem Votum für die Pflegekammer müssen jetzt Taten folgen“

DBfK vertrat Interessen der Pflegefachpersonen beim Runden Tisch im Ministerium

Arbeitsgruppe gegründet / Ministerin Huml trifft endgültige Entscheidung in den nächsten Monaten

(MÜNCHEN) Die endgültige Entscheidung, ob in Bayern eine Pflegekammer gegründet wird, soll im Laufe der kommenden Monate, spätestens aber im Frühsommer getroffen werden. Das war neben der Gründung einer Arbeitsgruppe eines der Ergebnisse beim Runden Tisch im Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium gestern. Befürworter und Gegner saßen sich gegenüber und tauschten auf Basis der Befragungsergebnisse Argumente aus. „Dem Votum der Pflegefachpersonen für die Pflegekammer müssen jetzt Taten folgen“, sagte Dr. Marliese Biederbeck, die als Geschäftsführerin des DBfK Südost, Bayern-Mitteldeutschland e.V. im gestrigen Gremium die Berufsgruppe der Pflegenden vertrat.


Ziel: Fachgerechte Versorgung der bedürftigen Menschen
Sowohl Befürworter als auch Gegner waren sich beim Runden Tisch einig, dass sich in der Pflege dringend etwas verbessern muss. Während die Gegner (u.a. Wohlfahrtsverbände, bpa und die Gewerkschaft ver.di) noch einmal verdeutlichten, dass sie eine Pflegekammer nicht unterstützen werden, konnten die Befürworter, unter ihnen Vertreter/innen der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Pflegeberufe (Bay. Arge), des Fördervereins zur Gründung einer Pflegekammer und des Deutschen Pflegerats darstellen, dass an der Selbstverwaltung kein Weg vorbeiführt. „Die Pflegekammer hat zum Ziel, die fachgerechte Versorgung der bedürftigen Menschen sicherzustellen“, bekräftigte Dr. Biederbeck. Dafür sei es wichtig, dass nicht andere über die Pflege entscheiden, sondern die Berufsgruppe sich selbst verwaltet. „Denn nur die Pflegenden können fachliche Entscheidungen am besten treffen“, argumentierte sie. Im Hinblick auf den Fachpersonenmangel und dem demographischen Wandel müsse sich der Pflegeberuf maßgeblich weiterentwickeln.

Starke Interessensvertretung der Pflegefachpersonen
Bevor es in Bayern zur Entscheidung kommt, soll nun zunächst eine Arbeitsgruppe von vier Befürwortern, vier Gegnern und zwei unabhängigen Experten erörtern, ob es Alternativen zur Pflegekammer gibt, zum Beispiel in Form einer starken Interessensvertretung für Pflegende. „Der DBfK als Berufsverband vertritt die Interessen der Pflegenden als größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen. Je mehr Mitglieder wir haben, desto stärker können wir auftreten und desto mehr können wir bewirken. Wenn wir uns als starker Berufsverband für die Selbstverwaltung aussprechen, dann wird die Regierung an uns nicht vorbeikommen“, so Dr. Biederbeck.

Das Ergebnis der repräsentative Befragung im Auftrag des Ministeriums bezweifelte gestern niemand mehr: 50 Prozent der Pflegefachpersonen haben für die Kammer gestimmt, 34 Prozent dagegen und 16 Prozent haben sich noch nicht entschieden. Bereits im Vorfeld hatte Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml die Umfrage als Tendenz in Richtung Pflegekammer gewertet.

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Kommentare  

 
-120 #21 RE: „Dem Votum für die Pflegekammer müssen jetzt Taten folgen“ Martin H. 2014-04-20 06:10
Auf jeden Fall wird es so sein, daß die Politik zukünftig nicht mehr an der Pflege vorbei regieren kann - man wird erst mal die Kammer konsultieren! Bisher konnten die Politiker ja auch (nicht ganz zu Unrecht) sagen, was z. B. Verdi oder der DBfK sagt, kratzt uns wenig, denn ihr vertretet ja grade mal 3% (nageln Sie mich nicht auf die Zahl fest) der Pflegenden. Das geht bei Kammern nicht mehr.
zitiere Manuela:
...sollen sie uns erst mal von ihren guten Absichten ÜBERZEUGEN. Die haben noch viele nicht verstanden!

In der Tat wäre es nötig, wesentlich mehr Aufklärungsarbe it zu leisten - z. B. vermisse ich mal ein Statement des Seitenbetreiber s zu den hier aufgeworfenen Fragen.
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+122 #20 ManuelaManuela 2014-04-18 17:34
Woher wollen Sie denn wissen, wie die Menschen, die in der Kammer sitzen, entscheiden werden? Sie kennen die doch gar nicht! Das ist wie in der Politik. Wir wählen und warten dann 4-5 Jahre auf die nächste Wahl - und hoffen...

Leider kostet uns die Hoffnung aber in diesem Fall eine nicht unerheblich hohe Summe Geld. Und für Hoffnung ist mir mein Geld zu schade.

Wenn Menschen wirklich so von sich überzeugt sind, dass sie in der Lage sind, in der Pflege Verbesserungen herbeiführen zu können, dann brauchen sie uns nicht gleich zu Pflicht Mitgliedern ihres VEreins zu machen. Dann sollen sie uns erst mal von ihren guten Absichten ÜBERZEUGEN. Die haben noch viele nicht verstanden!
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-122 #19 RE: „Dem Votum für die Pflegekammer müssen jetzt Taten folgen“ Martin H. 2014-04-18 09:09
zitiere Manuela:
Sie werden auch mit einer Pflegekammer nicht selber über die Gesetzte bestimmen können, die Ihren Beruf beeinflussen.

Zumindest eher als heute; denn die Leute, die in der Kammer hocken, werden von uns gewählt. Im Moment regeln das irgendwelche Beamte o. ä., die nie von uns gewählt wurden.
zitiere Manuela:
Interessant finde ich auch Ihre Definition von Professionalitä t. Ich jedenfalls sehe es nicht so, dass es professionell sein soll, es allen Recht machen zu wollen.

Nein, sie verstehen mich falsch: Ich schrieb nur, man kann noch so professionell handeln - wenn das, was Sie tun, jemandem nicht paßt, kriegen Sie trotzdem Ärger. Gerade die Pflege ist in Deutschland (noch) extrem fremdbestimmt, ich hoffe, das wird sich bald ändern.
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+117 #18 ManuelaManuela 2014-04-18 08:25
@Martin: Sie schreiben, Selbstbestimmun g sei Ihnen etwas wert. Ich glaube, Sie haben nicht verstanden! Sie werden auch mit einer Pflegekammer nicht selber über die Gesetzte bestimmen können, die Ihren Beruf beeinflussen. Außer Sie gehören zu den wenigen Erwählten oder Funktionären einer Pflegekammer. Dann haben Sie natürlich Ihre Schafe im Trockenen.
Der Rest der breiten Masse von Pflegekräften darf sich mit einer Pflegekammer lediglich dem Diktat einer weiteren Gruppe von Menschen beugen, die noch zusätzlich im lukrativen Markt der Pflege mitmischen. Ein altes Sprichwort sagt hier etwas von vielen Köchen, die gerne einen Brei verderben.

Interessant finde ich auch Ihre Definition von Professionalitä t. Ich jedenfalls sehe es nicht so, dass es professionell sein soll, es allen Recht machen zu wollen. Selbst wenn dem so wäre, wie soll die Pflegekammer dieses - Ihres - Dilemmas lösen?

MFG
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-114 #17 RE: „Dem Votum für die Pflegekammer müssen jetzt Taten folgen“ Martin H. 2014-04-17 12:06
zitiere Manuela:
Entsetzt bin ich vom letzten Absatz in dem Link, in dem es heißt, die Pflegekammer würde den Staat entlasten.

Die Aufgaben, welche von Kammern übernommen werden, wurden in der Tat vorher vom Staat übernommen - nur halt i. d. R. nicht von Pflegekräften, sondern von "irgendwem", d. h. Leuten, die mit der Pflege nichts zu tun und auch keine Ahnung davon haben; und wie "gut" die das gemacht haben, können Sie ja täglich sehen. Es ist immer noch "normal", daß über, aber nicht mit der Pflege gesprochen wird. Nein danke, da ist mir Selbstbestimmun g doch etwas wert!
zitiere Manuela:
Außerdem habe ich persönlich nicht das Bedürfnis mich und meinen Beruf aufzuwerten. Wie wertvoll ich oder mein Beruf sind, das bestimme ich doch alleine selber durch meine Leistungen! Da brauche ich keine Kammer, die mir sagt, wie gut oder wertvoll ich bin. Jede Pflegekraft ist doch selber für ihre Leistungen verantwortlich - und so wie ich mich professionell verhalte - so wird auch die "Wertschätzung" meiner Tätigkeit sein.

Das freut mich, wenn Sie so zufrieden mit Ihrer Tätigkeit sind (allerdings hörte sich Ihre Äußerung, daß die Pflegekräfte "immer den Kopf für alle Probleme der Welt hinhalten", nicht unbedingt so an?!). Meine Erfahrung ist vielmehr, daß wir Pflegenden ganz stark von anderen abhängig sind - das fängt schon mit den anderen Teammitgliedern an und setzt sich über Angehörige anderer Professionen bis zu Patienten und Angehörigen fort. Da kann man sich manchmal noch so sehr um Professionalitä t bemühen und es ist dann jemandem doch nicht recht.
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+117 #16 ManuelaManuela 2014-04-13 20:25
Ich habe mir die Inhalte auf dem Link durchgelesen und sage: Nein danke! Das überzeugt mich nicht. Entsetzt bin ich vom letzten Absatz in dem Link, in dem es heißt, die Pflegekammer würde den Staat entlasten. Mit anderen Worten, wir - die Steuerzahler - verzichten auf eine Leistung des Staates, die wir bisher mit den Steuern aller Steuerzahler in Deutschland finanziert haben und bezahlen nun diese Leistungen durch unseren Kammerbeitrag! Das finde ich frech! Einerseits wird dauernd davon gesprochen, die Pflege "aufzuwerten" und nun das. Wir Pflegekräfte, die doch schon immer gerne den Kopf hingehalten haben für alle Probleme dieser Welt unterstützen nun den Staat noch mal zusätzlich von unserem mageren Gehalt und finanzieren dessen Aufgaben mit unserem Lohn zusätzlich. Das lehne ich entschieden ab!
Außerdem habe ich persönlich nicht das Bedürfnis mich und meinen Beruf aufzuwerten. Wie wertvoll ich oder mein Beruf sind, das bestimme ich doch alleine selber durch meine Leistungen! Da brauche ich keine Kammer, die mir sagt, wie gut oder wertvoll ich bin. Jede Pflegekraft ist doch selber für ihre Leistungen verantwortlich - und so wie ich mich professionell verhalte - so wird auch die "Wertschätzung" meiner Tätigkeit sein. Ich bin doch nicht Pflegekraft geworden, um des Ansehens willen. Mir macht der Beruf Spaß - bisher! Doch wenn die Kontrolle und Bürokratisierun g meines Berufes immer mehr zunehmen und neben meiner Tätigkeit jetzt auch noch mich als Person überwachen - und ich dafür auch noch zahlen soll - dann schwindet der Spaß deutlich.

Ich lehne eine Zwangskammer weiterhin ab, suche mir gerne selber die Fortbildungen aus, die ich besuche- das sind die, die mich interessieren und die mit meinem Tätigeitsfeld in unmittelbarem Zusammenhang stehen - und habe es nicht nötig, mich in einer Kammer zu verstecken, um "aufgewertet" zu werden.

MFG
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-119 #15 RE: „Dem Votum für die Pflegekammer müssen jetzt Taten folgen“ Martin H. 2014-04-10 11:21
@ Manuela: Lesen Sie doch mal bitte hier:
http://www.pflegekammer-jetzt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=10&Itemid=9
(2. Absatz).
Letztlich übernimmt eine Kammer Aufgaben, welche dem Staat obliegen... sie ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Übrigens gibt es in einigen Bundesländern bereits Arbeitnehmerkam mern, soweit ich weiß in Bremen und im Saarland, für alle Arbeitnehmer. D. h. dort wären die Pflegekräfte ohnehin bereits in einer (allerdings nicht berufsspezifisc hen) Kammer mit drin.
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+116 #14 ManuelaManuela 2014-04-09 16:21
Ja aber die interessante Frage ist doch, welche Konsequenzen es hätte, würde man seiner Fortbildungspfl icht nicht nachkommen? Aberkennung der Anerkennung zur Führung der Berufsbezeichnu ng? Durch wen? Durch die Kammer? Die Kammer Legislative und Exekutive in einem?

MFG
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-117 #13 RE: „Dem Votum für die Pflegekammer müssen jetzt Taten folgen“ Martin H. 2014-04-08 10:45
Bei den zu absolvierenden Fortbildungen sollte man, wie ich finde, deutlich differenzieren; ich kenne es auch so, daß bei uns in dem KH, in dem ich zuletzt gearbeitet habe, jedes Jahr die üblichen Pflichtfortbild ungen abgespult wurden - Brandschutz, Hygiene, Reanimation und Med. Geräte - absoluter Unsinn, denn mir muß z. B. keiner jedes Jahr aufs Neue erklären, wie man sich die Hände desinfiziert. Hier hat man m. M. n. übers Ziel deutlich hinausgeschosse n: So hat es früher niemanden interessiert, ob man z. B. seit 10 oder 20 Jahren keine Reanimationssch ulung gemacht hat, nun wird man jährlich hineingezwungen - ich halte beides für falsch (allerdings gingen diese Schulungen wenigstens auf Arbeitszeit!). Ein Mittelweg wäre gut, z. B. alle 2-3 Jahre.
Was ich mir eher vorstellen könnte, wäre z. B. eine Regelung wie in Österreich: http://www.vcare.at/service/gesetzliche-fortbildungsverpflichtung.html
Wie Sie sehen können, ist hier nur die Anzahl der Stunden und nicht deren Inhalt vorgeschrieben. Dies würde m. M. n. auch zu mehr Akzeptanz bei den MA beitragen, da so jeder selber die für ihn und sein Arbeitsfeld interessanten Fortbildungen herauspicken könnte.
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+116 #12 ManuelaManuela 2014-04-07 19:29
Ich glaube, Sie wollen mich missverstehen. Ich persönlich finde die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen sehr wichtig - Voraussetzung ist, dass die Fortbildungen auch gut und sinnvoll sind. Ob dies aber bei einem Zwang zur Fortbildung auch möglich ist, das hinterfrage ich stark. Wenn Pflegekräfte nur auf Fortbildungen gehen, um eine Quote zu erfüllen, dann bedaure ich den Referenten, der diese Fortbildung halten muss.
MFG
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