www.pflegekammer-jetzt.de ist eine Initiative der Interessenvertretungen der beruflichen Pflege

Pflegekammer Jetzt!


Pflegekammer Jetzt! - Selbstverwaltung für eine Bündelung der berufsständischen Interessen der Pflege durch die Pflege!

Informationen zur Pflegekammer

Was macht eine Pflegekammer

Die Pflegekammer reguliert den Pflegeberuf im Sinne einer Selbstverwaltung. Es ist die Aufgabe einer Kammer, berufliche Richtlinien und Vorschriften zu erlassen, die für die beruflich Pflegenden verbindlich sind. Kammern überwachen also den Berufsstand, schaffen durch die Verbindlichkeit zudem auch Sicherheit, auf die sich Pflegende berufen können. Eine weitere Aufgabe der Pflegekammer ist die Anerkennung der Ausbildungseinrichtungen und die Abnahme des Staatsexamens. Dadurch hält die Kammer zudem die Möglichkeit in der Hand, die Berufsangehörigen zu registrieren, die aufgrund ihrer Ausbildung professionelle Pflege auszuüben.

Der gesellschaftliche Auftrag, der an die Pflege gerichtet ist, ist völlig unstrittig. Auch der Mangel in der Pflege ist bekannt. Es gibt kein Erkenntnisdefizit an dieser Stelle – es gibt allenfalls ein Handlungsdefizit. Der Regulierungsbedarf besteht für die Pflegeberufe bereits – er wird auch irgendwie wahrgenommen, z.B. durch Weiterbildungsordnungen, Fachkraftquoten oder von den Pflegekassen formulierten Qualitätsinititativen. Diese Regulierung wird aber nicht gut gemacht - und es geht erheblich besser. Pflegende können die Rahmenbedingungen guter Pflege sachkundiger definieren, als alle anderen Organe und Organisationen das machen. Für den Beweis dieser Behauptung steht die Situation der beruflichen Pflege, wie wir sie heute vorfinden.

Abbau von Ausbildungsplätzen, Nachwuchsmangel, Imageverlust und Überlastung der Pflegenden über die Schmerzgrenze hinaus – das sind die Ergebnisse kenntnisloser Entscheidungen über die Pflegeberufe. Pflegende sind mehr als ein Kostenfaktor im Gesundheitswesen – Pflegende diagnostizieren, verhüten Erkrankungen, korrigieren unter Druck getroffenen Entscheidungen anderer, retten Leben und tragen zur Qualitätsverbesserungen und zur Kostenreduktion in ihren Arbeitsbereich bei.

Eine wesentliche Funktion einer Pflegekammer resultiert aus der Erfassung der Pflegenden und ihrer Qualifikationen. Mit dieser Erfassung würde neben der Pflege- und Krankenhausstatistik erstmals eine belastbare Statistik über die Zahl der Pflegenden in Deutschland vorliegen. Mit einem solchen Steuerungsinstrument ließe sich der Bedarf an Pflegepersonal in den einzelnen Pflegefeldern objektivieren.

Da der Staat die Berufsangehörigen beauftragt, Aufgaben zu übernehmen, die ehedem vom Staat getragen wurden, steht die Einrichtung einer Pflegekammer zudem für die Entlastung des Staates.


Wer und was spricht gegen eine Pflegekammer

Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft sieht nicht, dass die Einrichtung einer Pflegekammer die bestehenden Probleme in der Pflege lösen kann, weil zu befürchten stünde, dass die unterschiedlichen Interessen innerhalb der Pflegeverbände sich auch in einer Kammer widerspiegeln und die Handlungsfähigkeit der Kammer von vornherein einschränken würde.Dem ist entgegen zuhalten, dass die unterschiedlichen Positionen der Pflegeverbände die Vielfalt der Pflege in Deutschland wiedergeben. Die Positionen werden im Deutschen Pflegerat diskutiert und münden in einer gemeinsamen Position, die von allen Mitgliedsverbänden getragen wird. Das ist gute demokratische Tradition in Deutschland – keinesfalls ist die Vielfalt von Meinungen und Positionen ein Argument, ein demokratisch angelegtes Instrument zu verhindern. Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft bietet an, die wichtigen Fragestellungen in der Pflege durch die Krankenhäuser lösen zu lassen – so wie in den zurückliegenden Jahren auch schon. Das hat in den zurückliegenden Jahren leider eher zur Verschärfung der Situation der Krankenhauspflege beigetragen. Zudem bildet diese Angebot nicht die Bedürfnisse der ambulanten und stationären Pflege ab.

Der Sozialverband Deutschland lehnt eine Pflegekammer ab, weil er keinem eigenständigen Versorgungswerk für Pflegende zustimmen mag. Hintergrund sind die in den bestehenden Kammern etablierten Versorgungswerke für die freien Berufe. Mit der Einrichtung eines eigenen Versorgungswerkes für die Pflegeberufe würden auf einen Schlag gut 1 Mio. sozialversicherungspflichtige Beitragszahler aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausscheren. Damit würden die Rentenkasse und die verbliebenen Beitragszahler über Gebühr belastet. Dem ist entgegen zuhalten, dass z.B. die in Niedersachsen eingereichten Anträge auf Einrichtung einer Pflegekammer die Schaffung eines eigenständigen Versorgungswerkes ausdrücklich nicht vorsehen. Diese Sorge ist demnach unberechtigt.

Die Landesverbände der Pflegekassen begrüßen jede Initiative zur Qualifizierung und Professionalisierung der Pflege. Eine Pflegekammer stelle allerdings eine nicht notwendige zusätzliche Struktur dar – für die Weiterentwicklung der Pflegequalität sehen die Pflegekassen den Gesetzgeber und die bestehenden Selbstverwaltungen in der Pflicht. Die bestehenden Selbstverwaltungen – also die Vertreter der Ärzteschaft und der Krankenkassen – können die Pflegequalität nicht entwickeln, weil ihnen die dafür notwendige Fach- und Sachkompetenz fehlt. Das bildet sich zum Beispiel in der Unfähigkeit der Pflegekassen ab, die Qualität in Heimen zu messen oder in wiederkehrenden Äußerungen von Vertretern der ärztlichen Standesvertreter den Wert der Pflege betreffend.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Verbände der privaten Pflegeeinrichtungen befürchtet im Zusammenhang mit einer Pflegekammer Bürokratismus. Natürlich würde eine Pflegekammer Daten erheben – es gibt aber keinen Hinweis darauf, dass in einer der bestehenden Kammern deren Mitglieder vor allem durch zusätzliche bürokratische Strukturen belastet würden.

Noch auf ein Wort: die Gegner der Pflegekammer führen die Zwangsmitgliedschaft und die Zwangsbeiträge für eine Pflegekammer ins Feld und geben an, dafür würden die Pflegenden die Zustimmung versagen.Das, was mit den Worten der Gegner einer Pflegekammer als Zwangsmitgliedschaft bezeichnet wird, ist allenfalls eine Pflichtmitgliedschaft und natürlich wesentliches Element einer Pflegekammer. In einer Pflegekammer müssen alle beruflich Pflegenden Mitglied sein – sonst macht eine Kammer keinen Sinn. Schließlich dürfen auch nur alle beruflich Pflegenden Mitglied in einer Pflegekammer sein, denn nur für diese gilt die berechtigte hohe Erwartung an ihre Arbeit. Aus der Zugehörigkeit der beruflich Pflegenden zur Pflegekammer resultiert dann auch die Überwachung der Pflegenden ohne eine Pflegeausbildung. Ganz im Sinne: einer für alle, alle für einen! Für die Einrichtung und Aufrechterhaltung der Arbeit einer Pflegekammer braucht es auch Mitgliedsbeiträge. Die sind verpflichtend und überschaubar. Das MInisteriummfür Soziale in Niedersachsen hat ausgerechnet, dass der Monatsbeitrag zwischen 4-10 EUR betragen würde - je nach Einkommen.


Laden sie sich hier unsere Infobroschüre zur Pflegekammer als PDF runter.

Drucken PDF

Copyright © www.pflegekammer-jetzt.de 2016

Template by Joomla Themes & Projektowanie stron internetowych.